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Home  /  Unkategorisiert  /  PETITION — Foulspiel: Warum das Tragen von Fußballtrikots mehr Geld bringt als das Nähen
13 Juni 2018

PETITION — Foulspiel: Warum das Tragen von Fußballtrikots mehr Geld bringt als das Nähen

Written by vidc

„OUR GAME – Unser Spiel für Menschenrechte“ gemeinsam mit Südwind startet  Petition für eine faire Bezahlung von Arbeiter_innen.

 

Wien, 11. Juni 2018 – Der heute veröffentlichte „Foul Play“ („Foulspiel“) Bericht der Clean Clothes Kampagne vergleicht die enormen Sponsorengelder für Nationalteams, Vereine und Fußballer mit den Hungerlöhnen von Tausenden Frauen, die Trikots und Fußballschuhe nähen. Die österreichische Initiative „OUR GAME – Unser Spiel für Menschenrechte“ startet heute eine Petition für eine faire Bezahlung von Arbeiter_innen.

adidas und Nike. Der Kampf ums Image
22 der 32 Teams, die sich für die Fußball-Weltmeisterschaft qualifiziert haben, werden von adidas und Nike gesponsert. Ein neuer Vertrag mit adidas sichert dem deutschen Nationalteam bis zur nächsten WM 65 Mio. Euro an Sponsorgeldern pro Jahr; das Dreifache der Summe des letzten Vertrages. Das französische Nationalteam muss mit etwas weniger auskommen. Nike zahlt dem französischen Team in den nächsten Jahren etwas mehr als 50 Mio. Euro pro Jahr.

Leben mit Hungerlöhnen
Ein Großteil der Sportbekleidung von adidas und Nike wird in Indonesien hergestellt. Die Arbeiter und Arbeiterinnen verdienen zwischen 82 und 200 Euro pro Monat. 80% der Beschäftigten des Sektors sind Frauen. „Diese Löhne reichen nicht für ein menschenwürdiges Leben. Trotz harter Arbeit können viele Frauen nicht einmal das Nötigste mit ihrem Lohn finanzieren, geschweige denn ihren Familien ein angemessenes Leben ermöglichen“, sagt Kurt Wachter von fairplay-VIDC, Koordinator der Initiative OUR GAME, die sich für bindende Menschenrechtsstandards bei Sportgroßereignissen einsetzt. Nach dem Berechnungsmodell Asia Floor Wage (Asiatischer Grundlohn) müssten die Arbeiter_innen zumindest 363 Euro monatlich verdienen, um für sich und ihre Familie sorgen zu können. Raja, eine indonesische Gewerkschafterin, sagt: „Wir fordern eine neue Vereinbarung über Löhne. Die Lohnkosten für ein in Indonesien produziertes T-Shirt machen kaum 1% des Ladenpreises aus. Für mich erscheint es logisch, dass die Lohnkosten ein wenig erhöht werden können, oder? Aber die Sportartikelmarken weigern sich bis jetzt, sich dafür einzusetzen.“

Weniger Geld für das Tragen, mehr für das Nähen
Wenn Nike und adidas ihre Sponsorenverträge auf dem Niveau von 2012 gehalten hätten, statt sie auf ein beispielloses Niveau zu erhöhen, hätten sie genug Geld gespart, um existenzsichernde Löhne an alle Arbeiter_innen in ihren Hauptproduktionsländern China, Vietnam, Indonesien und Kambodscha zu bezahlen. „Das Tragen von Trikots wird eindeutig besser bezahlt als das Nähen“, sagt Konrad Rehling von Südwind, Mitinitiator von OUR GAME. „Arbeiterinnen und Arbeiter müssen endlich einen fairen Anteil am Geschäft mit den Sportartikeln bekommen! Immerhin würde es diese Produkte ohne ihre Arbeit schlichtweg gar nicht geben“, meint Rehling.

Start in Indonesien
Zur Förderung der Gewerkschaftsarbeit in Indonesien unterzeichneten adidas, Nike und vier weitere Sportbekleidungsmarken, große Zulieferbetriebe und lokale Gewerkschaften im Jahr 2011 das sogenannte Indonesian Freedom of Association Protocol (indonesische Protokoll zur Vereinigungsfreiheit). Die Anerkennung der gewerkschaftlichen Rechte der Arbeiter_innen und die Ausübung dieser Rechte sollte aber erst der Anfang sein. In einem nächsten Schritt hätte über Lohnsteigerung und Maßnahmen gegen prekäre Beschäftigungen verhandelt werden sollen. Die Verhandlungen sind jedoch ins Stocken geraten.
OUR GAME fordert gemeinsam mit der Clean Clothes Kampagne und Gewerkschaften von adidas und Nike, die Verhandlungen für bessere Löhne und fixe Anstellungsverhältnisse wieder aufzunehmen, und starten dazu heute eine Petition.

OUR GAME – Wir machen die WM zu „unserem Spiel“
OUR GAME steht für Teamgeist, Gleichberechtigung, ein solidarisches Miteinander und globales Fair Play. Während der Fußball-WM bietet OUR GAME u.a. alternative Public Viewings an. Rund um Live-Screenings von WM-Spielen gibt es gesellschaftspolitische Kurzfilme, Diskussionen, Fußballturniere und vieles mehr. Mehr Informationen finden Sie unter www.ourgame.at .

Petition:

  • Existenzlöhne für Arbeiter_innen in der Sportartikelindustrie!
    (www.ourgame.at/aktiv-werden/petition/)

 

Hintergrundinformation:

“Foul Play” Report 2018

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Materialien

  • International Sporting Events and Human Rights - A Handbook on Implementation in Austria

    Download: Fairplay_HB_SportingEventsHumanRights_EN_A4_Digital_v04.pdf – 2,08 MB
  • 2021-06_Cover_Handbuch-Sportereignisse-u-Menschenrechte

    Internationale Sportereignisse und Menschenrechte – Ein Handbuch zur Umsetzung in Österreich

    Download: 2021-06_Handbuch-Internationale-Sportereignisse-und-Menschenrechte_digital.pdf – 2,01 MB
  • Handbook: Human Rights & Mega-Sport Events

    Download: Handbook on Human Rights & Mega-Sport Events –
  • AG Factsheet Fairer Einkauf 2017

    Download: Factsheet Fairer Einkauf –
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    Download: Bericht Dialogforum 2016 –
  • Oral Statement UN Human Rights Council 32nd session

    Download: Oral Statement UN HRC 32 –
  • Paralympics Pyeongchang 2018 - Sustainability Interim Report

    Download: Sustainability Interim Report –
  • Written Statement UN Human Rights Council 32nd Session

    Download: Written Statement UN HRC 32 –
  • Leitfaden Sport und Menschenrechte

    Download: Leitfaden-Sport-und-Menschenrechte_pdf.pdf – 701,38 KB
  • Leitfaden Sport und Menschenrechte - barrierefrei

    Download: Leitfaden-Sport-und-Menschenrechte_barrierefrei.pdf – 158,14 KB

Projektträger:

fairplay VIDC

gefördert durch:

BMOEDS

 

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