Die Arbeitsgruppe, kurz AG Sport und Menschenrechte, wurde 2015 vom Sportministerium ins Leben gerufen. Von der AG wurde das Dialogforum Sport und Menschenrechte (im März 2016) im Haus des Sports vorbereitet, im Rahmen dessen verschiedenste Akteur* innen zusammenkamen, um über die nationalen und internationalen Dimensionen des Themas zu sprechen.
Mit dieser Veranstaltung wurde die Basis für die zukünftige Arbeit der AG gelegt. Insbesondere geht es darum, durch die AG ein tragfähiges Netzwerk aufzubauen. Akteur*innen des österreichischen Sports und Menschenrechtsorganisationen sollen durch diese Plattform miteinander in Kontakt treten und voneinander lernen, um menschenrechtliche Herausforderungen und Potentiale in Angriff zu nehmen und nationale Standpunkte festzulegen um auch auf für die internationale Ebene zu wirken.

Hintergrund

In den letzten Jahren hat die öffentliche Kritik an Menschenrechtsverletzungen bei Sportgroßereignissen enorm zugenommen. Angeprangert werden Vertreibungen von armen Wohnbevölkerungen in den Austragungsstädten, inhumane Arbeitsbedingungen auf WM-Baustellen, Diskriminierung von LGBTIQ Personen in den Gastländern oder der Einsatz von Kinderarbeit bei der Produktion von Sportartikeln. Gerade vor dem Hintergrund von Korruptionsvorwürfen in führenden internationalen Sportverbänden leidet die Legitimität des Sports. Aufgrund seiner gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedeutung, seiner inklusiven Potenziale und Werte hat die Sportbewegung die Möglichkeit, bei der Realisierung einer Kultur der Menschenrechte voranzugehen, im Rahmen von Sportgroßereignissen, aber auch auf alltäglicher Vereinsebene. Sport darf nicht Teil des Problems sein, sondern soll Teil der Lösung sein. Sport und insbesondere Teamsportarten haben hier exzellente Voraussetzungen für Gleichberechtigung, solidarisches Miteinander, Teamgeist und gegen jede Art von Diskriminierungen präventiv vorzugehen.

Ziele

Sensibilisierung der Sport-Community und ihrer Akteur*innen (Verbände, Vereine, Athlet_innen, Medien, öffentliche Hand) für die Berücksichtigung von Menschenrechten, vor allem im Vorfeld von Vergabeentscheidungen und im Rahmen von Sportgroßereignissen.

Der österreichische Breiten- und Spitzensport soll dadurch mittelfristig ein europäisches Beispiel für vorbildliche Menschenrechts- und Nachhaltigkeitsstandards sein.

Massnahmen

  • Regelmäßiger Dialog zwischen Sportverbänden und Menschenrechtsorganisationen
  • Nationale und internationale Vernetzung, Erfahrungsaustausch zu verschiedenen
    Sportarten unter menschenrechtlichen Gesichtspunkten
  • Präsentationen, Vorträge und Bereitstellung von Informations-Materialien
  • Entwicklung eines Workshops für Multiplikator_innen des organisierten Sports
  • Organisation von runden Tischen und Veranstaltungen

Treffen und Information

Die AG Sport und Menschenrechte trifft sich in regelmäßigen Abständen.

AG Mitglieder (Stand Juli 2024):

Die AG ist offen für weitere interessierte Mitglieder.
Über die Ergebnisse der Treffen wird laufend berichtet, bei Themenvorschlägen und allen sonstigen Fragen steht die koordinierende Stelle der AG, die fairplay Initiative am Wiener Institut für internationalen Dialog und Zusammenarbeit (VIDC), zur Verfügung.